Viele Interessenten der Rettungshundearbeit sind erstaunt, wie lange es braucht, um einen zuverlässigen Rettungshund auszubilden. In der Regel dauert die Ausbildung mindestens 2 – 3 Jahre. Die Ausbildung des Hundes gliedert sich in mehrere Bereiche und stellt verschiedene Anforderungen an Mensch und Hund.

Anforderungen an den zukünftigen Rettungshund

Im Bundesverband Rettungshunde gibt es nicht den typischen Rettungshund. Unabhängig von der Rassezugehörigkeit beziehen sich die Auswahlkriterien hauptsächlich auf den Charakter, die Arbeitsbereitschaft und die Leistungsfähigkeit des einzelnen Hundes. Neben den Wesensmerkmalen spielt auch die Gesundheit des Hundes eine wichtige Rolle. Das Skelettsystem sollte gesund und belastbar sein, damit sich der Hund in allen Situationen wendig und ausdauernd bewegen kann. Vor allem bei der Arbeit in den Trümmern wird der Knochenapparat durch Klettern, Kriechen und Springen stark beansprucht, aber auch die Suche in unwegsamen Gelände ist dann besonders für sehr große und auch sehr kleine Hunde eine große Belastung. Die Erfahrung der Jahre hat gezeigt, dass vor allem mittelgroße Hunde mit entsprechender Arbeitsfreude und Motivation gut für die Rettungshundearbeit geeignet sind, jedoch muss für jeden Hund individuell entschieden werden.

Eine frühzeitige und gute Sozialisierung des Welpen ist für die Rettungshundearbeit von Bedeutung. Bereits beim Heranwachsen sollte der Hund an verschiedenste Umweltreize gewöhnt werden um sein Vertrauen in sich, seinen Hundeführer und in die Umwelt zu stärken. Hunde, die sich auf Grund negativer Erlebnisse und mangelndem Selbstvertrauen unsicher und ängstlich sind, eignen sich meist nicht zur Ausbildung zum Rettungshund. Desweiteren sollte der angehende Rettungshund nicht älter als zwei, in Ausnahmefällen drei Jahre sein.

Welpe wird an verschiedene Untergründe auf dem Gerät gewöhnt.
Welpe wird an verschiedene Untergründe gewöhnt

Die Sucharbeit

Hierbei lernt der Hund über die klassische Konditionierung, dass alle Menschen toll sind und immer was Gutes bei sich haben. Der Hund lernt menschliche Witterung aufzunehmen und diese bis zur vermissten Person zu verfolgen. Im Verlauf des Trainings lernt der Hund verschiedene Körperhaltungen, Versteckpositionen der Helfer und verschiede Untergründe und ggf. Trümmereinheiten kennen. Weiterhin muss der Hund lernen, seinem Hundeführer anzuzeigen, dass er einen Vermissten gefunden hat. Das kann z.B. über Bellen oder einen Bringselverweis geschehen.

Rettungshund bei der Verbellanzeige
Verbellanzeige

Unterordnung, Gerätearbeit und Detachieren

Um die Rettungshundeprüfung ablegen zu können braucht jeder Hund eine Begleithundeprüfung (BH). Bei dieser muss er Dinge des Grundgehorsams – wie Sitz, Platz, Bei Fuß gehen, Abliegen unter Ablenkung etc. – unter Beweis stellen. Vor allem in den Trümmern sollen sich unsere Hunde sicher und unfallfrei bewegen und müssen Distanzen zwischen Trümmerteilen oder auch im Gelände überwinden können. Dazu muss der Hund lernen, verschieden Geräte z.B. einfache schräge Bretter, Leitern, eine Wippe und ungewöhnliche Untergründe routiniert zu begehen.

Rettungshund bei der Gerätearbeit.
Gerätearbeit

Letztendlich brauchen Hund und Hundeführer auch noch eine gemeinsame Sprache bezüglich der Lenkbarkeit des Hundes in einer Suche. Der Hund muss sicher abrufbar sein und sollte sich in alle Richtungen, auch um Hindernisse herum, schicken lassen. Die Grundlage dafür ist das Detachieren = gerichtetes Schicken, welches auch auf einer Wiese trainiert werden kann. Hierbei wird dem Hund beigebracht zu einen bestimmten Punkt in der Ferne zu laufen. Der Hundeführer gibt letztendlich die Richtung vor, in die der Hund laufen soll.

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